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KI-Readiness Check: Sind eure Daten bereit für KI?

  • 6. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Viele KI-Projekte scheitern nicht an der KI – sondern an der Basis: Daten, Zugriff, Integration und Verantwortlichkeiten. Das ist keine schlechte Nachricht, sondern eine praktische: Wer diese Grundlagen früh prüft, spart Zeit, Budget und Frust.

In diesem Beitrag zeigen wir einen einfachen KI-Readiness Check, den mittelständische Unternehmen (und auch Konzerne) nutzen können, um realistisch einzuschätzen: Sind wir bereit für KI – und wo starten wir am besten?


Was bedeutet „KI-Readiness“ überhaupt?


KI-Readiness heißt nicht „Wir haben perfekte Daten“. Es bedeutet: Wir können einen sinnvollen Use Case auswählen, die nötigen Daten zuverlässig bereitstellen und das Ergebnis sicher im Alltag betreiben.

Die wichtigste Frage lautet nicht: „Welche KI ist die beste?“ Sondern: „Sind wir organisatorisch und technisch so aufgestellt, dass KI wirklich wirkt?“


Der EnableIT KI-Readiness Check (6 Punkte)


Wenn du diese 6 Punkte sauber beantworten kannst, bist du sehr gut aufgestellt.


1) Ziel & KPI: Was soll KI messbar verbessern?


„Wir wollen KI“ ist kein Ziel. Gute Ziele sind messbar, zum Beispiel:

  • Bearbeitungszeit pro Vorgang -30%

  • Ticket-Antwortzeit -25%

  • Fehlerquote -15%

  • Durchlaufzeit von Anfrage bis Abschluss -20%


2) Use Case: Passt der Anwendungsfall wirklich?


Ein guter Start-Use-Case erfüllt meist 2 von 3 Kriterien:

  • Häufigkeit: Der Prozess passiert oft (täglich/mehrmals pro Woche).

  • Wirkung: Es steckt spürbar Zeit/Geld/Qualität drin.

  • Messbarkeit: Es gibt klare Vorher/Nachher-Kennzahlen.

Beispiel: „Rechnungen automatisch auslesen und ins ERP übernehmen“ ist oft besser als „KI-Strategie für alles“.


3) Datenquellen: Wo liegen die Daten wirklich?


Typische Datenquellen in Unternehmen:

  • ERP/CRM (Stammdaten, Transaktionen)

  • Ticketsystem, E-Mail-Postfächer

  • SharePoint/Drive (PDFs, Dokumente, Handbücher)

  • Excel-Listen (ja, kommt häufig vor)

  • Maschinen-/Sensordaten (Produktion)


Mini-Check: Erstelle eine Liste mit Quelle – Verantwortliche Person – Zugriff – Format – Aktualität.


4) Datenqualität: Sind die Daten „gut genug“?


Perfektion ist selten nötig. Aber drei Basics sollten stimmen:

  • Vollständigkeit: fehlen wichtige Felder (z. B. Kunden-ID, Artikelnummer)?

  • Konsistenz: gleiche Begriffe/IDs überall gleich?

  • Aktualität: sind Daten zuverlässig aktuell?


Praxisregel: Für Piloten reicht oft „gut genug“, wenn der Scope klein ist (z. B. nur ein Bereich, ein Team, eine Produktgruppe).


5) Zugriff & Integration: Kommen wir technisch sauber an die Daten?


Hier wird aus „guter Idee“ entweder ein schneller Pilot – oder ein zähes Projekt.

Fragen:

  • Gibt es APIs, Exporte oder Datenbankzugriff?

  • Wer darf zugreifen (IT, Datenschutz, Fachbereich)?

  • Wie werden Daten aktualisiert: Batch (z. B. täglich) oder Echtzeit?


Wichtig: Eine KI-Lösung muss am Ende dort landen, wo gearbeitet wird (CRM/ERP/Ticketsystem) – nicht in einer separaten Insellösung.


6) Verantwortung & Betrieb: Wer nutzt, pflegt und kontrolliert das Ergebnis?


KI ist kein „einmal bauen und fertig“.

Fragen:

  • Wer ist fachlich verantwortlich (Owner im Fachbereich)?

  • Wer ist technisch verantwortlich (IT/Partner)?

  • Wie wird Qualität überwacht (Feedback, Monitoring, Reviews)?


Gerade bei Chatbots oder Klassifikationen gilt: Wenn Inhalte/Prozesse sich ändern, muss die Lösung mitgehen.


Die 3 häufigsten Stolperfallen (und wie man sie vermeidet)


1) Der Use Case ist zu groß

„Wir automatisieren alles“ klingt gut, scheitert aber oft. Besser: klein starten, schnell messen, dann ausbauen.


2) Datenzugriff ist unklar

„Daten haben wir irgendwo“ reicht nicht. Besser: früh klären, wer Zugriff gibt, welche Systeme betroffen sind, welche Daten erlaubt sind.


3) Kein KPI = kein Erfolg

Ohne Messgröße wird KI zur Meinungsfrage. Besser: ein KPI wählen, Vorher-Wert notieren, nach dem Pilot vergleichen.


Mini-Checkliste


  •  Ziel/KPI definiert (z. B. Zeit, Kosten, Qualität)

  •  Use Case klar abgegrenzt (Scope klein genug)

  •  Datenquellen identifiziert (Owner + Zugriff)

  •  Datenqualität bewertet (vollständig/konsistent/aktuell)

  •  Integration geklärt (API/Export, Zielsystem)

  •  Datenschutz/Compliance berücksichtigt

  •  Betrieb geregelt (Owner, Monitoring, Verbesserungsprozess)


So nutzt du den Check in 30 Minuten (Quick Guide)

  1. Wähle einen Prozess, der aktuell nervt (z. B. Ticket-Triage, Rechnungen, Wissenssuche).

  2. Definiere eine Kennzahl (z. B. Bearbeitungszeit).

  3. Liste die Datenquellen + Zugriff auf.

  4. Bewerte Datenqualität grob (Ampel: grün/gelb/rot).

  5. Entscheide: Pilot starten oder zuerst Daten/Prozess sauberziehen.


Final Thoughts


KI ist kein Risiko, wenn man sie richtig angeht: klarer Use Case, saubere Datenwege, transparente Regeln, menschliche Kontrolle. Genau das ist KI-Readiness.

 
 
 

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